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Sonntag, April 23, 2006

Crisis of Conscience

JLA 115 – 119: Crisis of Conscience

Story by Geoff Johns and Allan Heinberg, Pencils by Chris Batista, Inks by Mark Farmer, Colors by David Baron, Lettering by Ken Lopez (115) and Rob Leigh (116 - 119) (DC Comics).

Die Konflikte innerhalb der Justice League zu dem Thema "Batmans Gehirnwäsche" spitzen sich immer mehr zu. Dieser interne Streit wird von Angriffen der Secret Society mit wiederhergestellten Erinnerungen und Desperos, dessen Gehirn auch schon Opfer der JLA war, unterbrochen. Der Sieg über ihre Feinde rückt das ursprüngliche Problem aber mit größerer Aktualität und Dringlichkeit zurück in den Vordergrund. Sollen die Erinnerungen der Secret Society wieder gelöscht werden? Ist Zatanna bereit es wieder zu tun? Und vor allem: Kann die JLA diese Krise überstehen?

Johns und Heinberg konzentrieren sich eine passende Fortsetzung zu Identity Crisis zu schaffen. Dabei stehen vor allem die Dialoge und der interne verbale Schlagabtausch im Vordergrund. Es gibt zwar keine klare Aufteilung zwischen beiden Autoren, aber ein Teil der Dialoge und vor allem die Cliffhanger tragen recht deutlich Heinbergs gelungene und von Young Avengers bekannte Handschrift. Während Johns nichts mehr beweisen muß, zeigt Heinberg, das er nicht nur mit jugendlichen Helden umgehen kann.

Batista liefert solide, durchschnittliche Bilder. Nicht mehr und nicht weniger. Da die Story nicht auf opulente Kämpfe ausgerichtet ist, sondern auf die Konflikte innerhalb der JLA, ist er genau der Richtige. An den Zeichnungen ist nichts auszusetzen und sie sind weder positiv, noch negativ so aufsehenerregend, als das sie vom hier Wichtigsten ablenken, den Worten.

Crisis of Conscience soll sowohl Identity Crisis fortführen, als auch auf Infinite Crisis vorbereiten. Die Vorgabe bringt mit sich, dass man Identity Crisis kennen sollte. Die Protagonisten sind in diesem Werk Flash, Hal Jordan, Martian Manhunter, Zatanna, Green Arrow, Batman, Hawkman und Black Canary.

Das erste Heft kommt ganz ohne Gegner aus. Stattdessen entflammt der Streit, ob Batman erfahren soll, dass ein Teil seiner Erinnerungen gelöscht wurde. Dabei gerät auch der Manhunter zwischen die Fronten, der bisher weder von Dr. Light noch von Batman wußte. Der physische Angriff der Secret Society kann relativ leicht zurückgeschlagen werden, doch die wahre Kraft des Angriffs liegt darin, dass die Schurken die Helden permanent mit ihren zivilen Namen ansprechen. Das führt wieder zum Kernpunkt der Story zurück: Was die Helden getan haben und wie sie damit in Zukunft umgehen sollen. Um den Konflikt auf die Spitze zu treiben, verrät nun auch Superman, was er weiß. Weiterhin kommt es zu einer klärenden Auseinandersetzung zwischen Batman und der JLA zum Thema Mindwipe.

Neben der Secret Society ist auch Desperos Angriff nur ein Auslöser, der den Konflikt innerhalb der Gruppe vorantreibt. Die Frage des Vertrauens und der Notwendigkeit der Mindwipes bleiben das Hauptthema und zerreißen die JLA immer mehr. Die Höhepunkte sind eine Abstimmung, wie mit der Secret Society zu verfahren ist und die Frage, wie die JLA weitermachen solll. Dabei gehen Johns und Heinberg gründlich auf die Argumente beider Seiten ein, wobei die Kämpfe als Auslöser für die nachfolgenden Diskussionen genutzt werden, ohne ein bestimmtes Vorgehen als richtig darzustellen. Hier ist der Leser gefragt sich selbst eine Meinung zu bilden.

Etwas überraschend sind einige Andeutungen Catwoman betreffend, die zwar Sinn machen und Potential für weitere Storys liefern, aber auch die Gefahr bergen ihre augenblickliche gelungene Charakterisierung zu vernichten. Nach den inneren Kämpfen findet der Martian Manhunter noch die Zeit zwischen den Ereignissen der vier Countdown Miniserien einen nicht näher erläuterten Zusammenhang zu sehen, bevor die Story mit einem weiteren Cliffhanger direkt in die Infinite Crisis überleitet. Der Übergang wirkt recht bemüht und unnötig. Auch ohne diesen Hinweis mit dem Zaunpfahl liefert Crisis of Conscience eine gelungene Vorbereitung. Der Status der JLA und die Einstellung ihrer Mitglieder zueinander wird wahrscheinlich einen nicht unerheblichen Einfluss auf die kommende Crisis haben. Im Gegensatz zu den offiziellen Countdown Miniserien gibt es keine Tie-Ins, sondern die Story wird kompakt innerhalb von fünf Hefte vorangetrieben.

Fazit: Sehr schöne Darstellung der JLA Mitglieder, nach den Ereignissen der Identity Crisis mit einem unnötigen Holzhammerhinweis auf Infinite Crisis.

KAINE