Daredevil: Decalogue TPB 12
Written by Brian M. Bendis, pencils by Alex Maleev (Marvel). Deutsch: "Daredevil" erscheint im Rahmen der Marvel Exklusiv Reihe (PaniniComics Deutschland).
Hat sich jemand von euch schon einmal gefragt, was die Aufgabe der sogenannten „Editors“ ist? Ich weiss das selbst nicht so genau, aber ich ging bis zur Lektüre dieses Bandes davon aus, dass sie neben den Koordinationsaufgaben auch korrigierend einschreiten, wenn bei der von ihnen beaufsichtigten Geschichte etwas falsch läuft. Damit meine ich nicht nur grammatikalische Fehler und das Zensieren von Kraftausdrücken. Offensichtlich habe ich ihre Kompetenzen überschätzt.

„Decalogue“ beginnt storytechnisch auf raffinierte Art und Weise, nämlich beim Treffen der „Anonymen Daredevil Affektierten“. Als Leser mit mehr oder weniger gesundem Menschenverstand (der ich hoffentlich bin) kombinierte ich die Inhaltsangabe („Was geschah während des verlorenen Jahres“) und den Titel des Storyarcs („Decalogue“, was soviel heisst wie „Die Zehn Gebote“) zu folgender Prognose:
In jedem der fünf Hefte wird je einer der Gesprächsrundenteilnehmer seine Geschichte erzählen, welche sich jeweils um zwei der insgesamt zehn biblischen Gebote dreht. Damit hätten wir fünf Kurzgeschichten aus fünf verschiedenen Perspektiven, welche ein ziemlich übersichtliches Bild des verlorenen Jahres wiedergeben und dazu noch einen Titel, der Sinn ergibt – Falsch gedacht.
Was mich wirklich erwartete waren zwei Kurzgeschichten und einen Vierteiler über einen

Doch damit nicht genug, denn es bleibt immer noch die Frage, in welchem Zusammenhang der Titel, „Decalogue“, mit der Geschichte steht. Was haben die Zehn Gebote mit diesem Fünfteiler zu tun? Das erste Mysterium bildet die Tatsache, dass auf den Covers jeweils nur ein Gebot abgedruckt wurde, was bedeutet, dass lediglich die deren fünf angesprochen wurden. Das zweite weit irritierende Rätsel hängt damit zusammen, dass keines der Gebote in der Geschichte direkt oder indirekt angesprochen wurde. Ich räume jedoch ein, auch wenn es mir schwer fällt, nicht allwissend zu sein und lasse die Möglichkeit offen, das Konzept hinter dieser Storyline einfach nicht verstanden zu haben. Deshalb lade ich diejenigen unter euch ein, welche ebenfalls das fragwürdige Vergnügen dieser Geschichte hatten, mich aufzuklären.

Maleevs Zeichnungen sind weiterhin eine Klasse für sich. Natürlich geht durch die unbestrittene Kunstfertigkeit einiges an Dynamik verloren, aber das wird durch die überwältigende Mimik und die atemberaubenden Posen bei Weitem kompensiert.
Abschliessend kann man sagen, dass die Geschichte objektiv zwar gut aber was die aufgebauten Erwartungen angeht schlichtweg falsch ist. Man möchte die Verantwortlichen, allen vor an Bendis an das elfte Gebot erinnern: „Du sollst deine treuen Fans nicht mit Scheinkonzepten verarschen!“. Aus diesem Grund beende ich meine Besprechung mit:
6/10 What the "*%!!-##/*%!??"
Lamond
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